"Kreativer Think Tank der Gegenwartskunst" Die
Presse zu Freisteller im Deutsche Guggenheim
Mit
der Auftragsarbeit
von Phoebe Washburn
hatte es sich schon angekündigt. Das Deutsche
Guggenheim widmet sich verstärkt junger Kunst. So auch mit Freisteller,
einer Schau, in der die Berliner Ausstellungshalle die aktuellen Träger
des Villa
Romana-Preises vorstellt. Seit 1905 wird diese Auszeichnung an
herausragende junge Künstler verliehen. Sie ist nicht nur der älteste
deutsche Kunstpreis, sondern auch das am längsten bestehende kulturelle
Engagement der Deutschen Bank
und ihrer Stiftung.
Die Gruppenschau im Deutsche Guggenheim stieß auf eine geteilte Resonanz
in den Medien – manche Kritiker vermissten ein klares Konzept, für andere
spiegeln die heterogenen Positionen die Vitalität der deutschen
Nachwuchskünstler.
"Ein erfrischend neuer zeitgenössischer
Impuls" im Deutsche Guggenheim – so empfindet Art in Berlin
die aktuelle Schau der Villa Romana-Preisträger. Und auch andere Medien
hat die Präsentation der jungen Stipendiaten überzeugt: Für Art
Daily demonstriert die Ausstellung, dass sich eine traditionsreiche
Institution wie die Villa
Romana "erfolgreich in einen kreativen Think Tank der Gegenwartskunst
verwandeln kann." Die Verbindung zwischen dem Künstlerhaus und dem
Deutsche Guggenheim "schafft ein öffentliches Forum, das authentisch eine
vitale, international orientierte Kunstszene in Deutschland reflektiert."
"Ungewohnt
offen" zeigt sich die Berliner Ausstellungshalle für Jens Hinrichsen vom Tagesspiegel.
Das erscheint ihm "für eine zwangsläufig heterogene Gruppenausstellung"
mit dem "clever gewählten" Titel Freisteller als
überaus passend: "'Freisteller' bezeichnet im Grafikdesign ein vom
Hintergrund gelöstes Bildmotiv, das in neue Kontexte gestellt werden kann.
Das trifft auf vielerlei Gegenwartskunst zu, insbesondere jene vier
zwischen 1974 und 1977 geborenen Künstler,
die seit Februar in Florenz in der Villa Romana wohnen und arbeiten."
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Neben dem Bezug zum Grafikdesign eröffnet der Titel für Angelika
Stepken noch eine weitere Bedeutungsebene. Im Deutschlandradio
Kultur erklärte die Kuratorin der Ausstellung: "Der Titel Freisteller
ist gewählt, weil er eigentlich vier unterschiedliche Positionen
unterschiedlich streifen kann. Weil es ein Begriff ist, der darauf zu
beziehen ist, dass die Künstler zehn Monate von ihrem normalen Alltag
freigestellt sind, im Wesentlichen in Florenz leben." Der Autor des
Features, Carsten Probst, vermisst bei ihrer Schau allerdings ein klares
Konzept. "Es gibt kein übergreifendes Thema dieser Präsentation, wie
sollte es auch: Die Künstler kennen einander gerade einmal seit ein paar
Wochen." "Der Sinn solcher Präsentationen liegt auch eher im wachsenden
Interesse des Marktes an jungen Künstlern."
Für Gabriela
Walde von der Berliner Morgenpost gehört das Deutsche Guggenheim
zwar zu den "interessantesten Ausstellungshäusern der Stadt", doch die
aktuelle Ausstellung überzeugt sie nicht: "Unter dem Titel Freisteller
werden diese vier Künstler zusammengewürfelt, deren Verbindung einzig
darin besteht, dass sie in ihren Werken alte (Sinn)Zusammenhänge
'freistellen', um neue herzustellen. Das ist viel Freiheit, schade nur,
dass sie zu keinem allzu großen Erkenntnisgewinn führt."
Das
sieht Kito Nedo von der art ganz anders: "Fast mustergültig sind in
der überschaubaren Ausstellungshalle Unter den Linden die verschiedenen
Medien zeitgenössischer Kunstproduktion versammelt." "Mit der (…)
Ausstellung in der Berliner Guggenheim-Filiale wird die Arbeit der
Stipendiaten einer erhöhten Aufmerksamkeit ausgesetzt. Dies dürfte sowohl
der Deutschen Bank, die
neben dem Bund
zu den Romana-Hauptförderen zählt, als auch dem Künstlerhaus selbst sehr
recht sein, können doch beide ihr Profil als Förderer junger und
vielversprechender Künstler schärfen." Die Pläne des Deutsche Guggenheim,
zukünftig jedes Jahr die aktuellen Stipendiaten vorzustellen, treffen bei
ihm jedenfalls auf Zustimmung. "Bleibt zu hoffen, dass sich mit Freisteller
eine alljährliche Villa-Romana-Präsentation in der Hauptstadt etablieren
lässt."
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