In dieser Ausgabe:
>> Roswitha Haftmann-Preis für Douglas Gordon / Zum Tod von Angus Fairhurst / Blood on Paper
>> "Heftige Malerei": Leihgabe der Deutschen Bank / Kunstkreditkarte / Bus zur Kunst / Cai Gou-Qiang Buch ausgezeichnet

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Certificate of Excellence
Cai Guo-Qiang-Bildband ausgezeichnet



Zu seinen Kunden zählen die Rolling Stones, die Harvard-Universität, Medienkonzerne wie Time Warner oder One Voice, eine Organisation, die den Konflikt zwischen Israel und Palästina zu überwinden versucht. Und für das Design einer Albumbox der US-Band Talking Heads gewann er 2005 einen Grammy. Stefan Sagmeister zählt zu den derzeit einflussreichsten Grafikdesignern, doch der Österreicher unterhält nur ein kleines Vier-Mann-Büro in New York. Denn eine seiner Maximen lautet, dass er keine Inhalte umsetzen will, mit denen er persönlich nichts anfangen kann. Die Arbeiten von Cai Guo-Qiang jedenfalls haben ihn interessiert und er hat zu Head On, der Schau des chinesischen Kunststars im Deutsche Guggenheim, einen opulenten Bildband gestaltet, der bei Hatje Cantz erschienen ist.




Cover von Cai Guo-Qiang Head on




Neben einer Auswahl früherer Arbeiten dokumentiert das in enger Kooperation mit dem Künstler entstandene Buch Cais eigens für das Deutsche Guggenheim konzipierten Werke – seine spektakuläre Installation Head On mit ihren 99 lebensgroßen Wölfen, eine großformatige Schießpulverzeichnung sowie eine Feuerwerkperformance. Besonderer Clou: In den festen Pappeinband ist ein zweites kleines Buch eingelassen. Foreplay, so sein Titel, zeigt Studien, die Cais Berliner Projekt vorausgingen. Sagmeisters Entwurf hat auch das American Institute of Graphic Arts (AIGA) überzeugt. Seit 1923 wählt der mitgliederstärkste Berufsverband der amerikanischen Designer alljährlich die besten Buchcover des Jahres aus. Bei dem Wettbewerb AIGA 50 Books/50 Covers wurde Cai Guo-Qiang - Head On jetzt für sein ungewöhnliches Design mit einem "Certificate of Excellence" ausgezeichnet.



Innenseiten von Cai Guo-Qiang Head on


Der von der Deutschen Bank herausgegebene Bildband war nicht die erste Zusammenarbeit zwischen dem 1962 in Bregenz geborenen Gestalter und dem Deutsche Guggenheim. Zu der von Douglas Gordon kuratierten Schau The VANITY of Allegory entwarf Sagmeister statt eines konventionellen Katalogs eine Box, deren tiefschwarze Oberfläche von technoid wirkenden, weißen Ornamente überzogen ist. In einer keilförmigen Einkerbung ist das Wort "Vanity"/"Eitelkeit" zu lesen, das sich in einem Streifen silbrig glänzender Folie spiegelt und so das Leitthema der Ausstellung in das Design der Box überträgt. Im Inneren finden sich ein Booklet sowie ein Postkartenset der Exponate.



Stefan Sagmeisters Design für The VANITY of Allegory

Sagmeister gilt als einer der Grafikdesigner, die immer wieder die Grenzen des Genres sprengen. Vor kurzem luden ihn deshalb die Deitch Projects ein – wohl eine der wagemutigsten Galerien in New York. Hier realisierte er mit Things I Have Learned In My Life So Far eine Schau zwischen Design und Kunst, in der er seine Lebensweisheiten wie Selfconfidence produces fine result – Selbstbewusstsein sorgt für gute Ergebnisse – oder Being not truthful always works against me – Nicht ehrlich zu sein hat mir immer geschadet – mit Hilfe von Materialien wie echten Bananen oder Stofftierteilen visualisierte. Diese Ausstellung jedenfalls war ein weiterer Beweis, dass Sagmeister richtig liegt mit seiner Erkenntnis: Having guts always works out for me – Mut hat sich für mich immer ausgezahlt.




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