Blood on Paper Deutsche Bank sponsert Ausstellung zur
Buchkunst
 Anselm
Kiefer, Steigend, steigend sinke nieder, 2006 ©Galerie
Thaddaeus Ropac, Paris
Ein monumentales
Objekt bildet den Auftakt der Ausstellung: Anselm
Kiefers The secret life of plants (2008), eine aus Blei und Karton
gefertigte Arbeit zwischen Gemälde, Skulptur und riesigem Buch, entstand
speziell im Auftrag für Blood
on Paper: The Art of the Book. Die von der Deutschen
Bank gesponserte Schau im Londoner Victoria
& Albert Museum zeichnet mit 60 Werken von 38 Künstlern die
Entwicklung des Künstlerbuchs bis in die Gegenwart nach.
 Henri
Matisse, Swimmer in a tank, aus: Jazz, 1947 ©Succession
H Matisse/DACS 2007
Mit Picassos
Deux Contes (1947) und Matisses
Jazz (1947) sind zwei bedeutende Klassiker des Livre
d'Artiste der vierziger Jahre zu sehen. Ed
Ruschas ikonisches Fotobuch Twenty six gasoline stations (1962)
steht dagegen für die konzeptuellen Ansätze der sechziger Jahre. Seine
Serie nüchterner Schwarz-Weiß-Fotografien zeigt nicht nur die
architektonische Variationsbreite, mit der ein simpler Industriebau immer
neu erfunden wird. Ruschas Tankstellen erscheinen gleichzeitig als
essentieller Bestandteil eines mythischen Amerikabildes, das in unzähligen
Road Movies immer wieder aufs Neue beschworen wird.
 Louise
Bourgeois, Ode à Ma Mère, 1995 ©Editions
du Solstice
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Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Werken der
Gegenwartskunst. Dabei begegnen sich im V&A die unterschiedlichsten
Positionen: Während der britische Fotograf Martin
Parr in seinem Benidorm Album (1997) in knallbunten Aufnahmen
die absurde Welt des Pauschaltourismus festhält, setzt sich Louise
Bourgeois in Ode à Ma Mère (1995) mit einem ihrer
zentralen Themen auseinander – ihrer Familie. Auf jeder der neun Grafiken
ist eine Spinne zu sehen. Dieses Tier, auf das so viele Menschen mit Angst
und Ekel reagieren, ist für die Künstlerin positiv besetzt und als Symbol
für ihre Mutter zu verstehen. "Meine Mutter war meine beste Freundin. Sie
war bedächtig, klug, geduldig, tröstend, vernünftig, anmutig, feinfühlig,
unentbehrlich, geschickt und nützlich wie eine Spinne", heißt es im Text
des Buchs. Anish
Kapoor ist mit einem "verletzten" Buch vertreten – ein Laser hat sich
durch hunderte von Seiten gefräst und eine Wunde hinterlassen.
 Anish
Kapoor, Wound, 2005 ©Ivory Press
Einige
der ausgewählten Arbeiten sprengen die Grenzen des Mediums. "Blood
on Paper will sich von den alten Konventionen des Kunstbuches
verabschieden", erklärt dazu Elena Foster, Leiterin von Ivory
Press und Co-Kuratorin der Schau. Es geht ihr darum, vor allem
"kraftvolle zeitgenössischen Interpretation" des Themas Künstlerbuchs zu
präsentieren. Wie etwa Damien
Hirsts Installation mit Arbeiten aus seiner Serie New Religion
(2005). Sie besteht aus zwei Kabinetten – Jesus Christ ist
mit schwarzem, Saint Philippe mit weißem Leder ausgeschlagen. In
mit Seide gefütterten Fächern finden sich Hirsts Skulpturen The
Crucifix, The Fate of Man, The Eucharist, The Sacred
Heart sowie eines seiner Schmetterlingsgemälde und in Leinen gebundene
Portfolios mit Siebdrucken.
 Anthony
Caro, Open Secret, 2004 ©Ivory
Press
Die Arbeit kreist um existentielle
Themen wie Glaube, Sterblichkeit oder Liebe. Anthony
Caros Open Secret (2004) hingegen ist eine hermetische Skulptur
in Buchform, die auch von der kreativen Partnerschaft zwischen Künstler
und Herausgeber zeugt. Der britische Bildhauer und der Kunstbuchverlag
Ivory Press arbeiteten bei der Herstellung dieser Edition eng zusammen und
nutzten zu Fertigung des Buchobjekts modernste Techniken der
Metallverarbeitung.
Blood on Paper: the
Art of the Book Victoria & Albert Museum 15.
April - 29. Juni 2008
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