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Zenobia By Harriet Hosmer,
The Harriet Hosmer Catalogue Raisonne Project
© Patricia Cronin


Gegen Gerüchte, nicht sie, sondern die Mitarbeiter in ihrer Werkstatt wären die eigentlichen Schöpfer dieser Plastiken wehrt sich die Künstlerin erfolgreich vor Gericht. In Rom gehörte sie zu einem Kreis aus Literaten wie Henry James oder Nathaniel Hawthorne und Bildhauerinnen wie Anne Whitney, Edmonia Lewis, Emma Stebbins. Frauen ohne Männer, die James als "strange sisterhood of American 'lady sculptors'" bezeichnete. Sogar die Königin von Neapel posierte für Hosmer, die auch in Italien Jacketts und kurzen Haaren treu blieb. Heute ist von ihrem damaligen Ruhm kaum etwas geblieben: Obwohl sie in den Sammlungen vieler bedeutender Museen vertreten ist, ist Harriet Hosmer fast vergessen.



Book Cover
The Harriet Hosmer Catalogue Raisonne Project
© Patricia Cronin


Das will Patricia Cronin mit ihrer Serie Harriet Hosmer Catalogue Raisonne ändern. Sie forscht nach den Ursachen für dieses Verschwinden. Fragt, wer Teil der (Kunst)Geschichte wird und wen man daraus löscht. Dazu ging sie zunächst in New York auf Spurensuche. In Rom setzt sie ihr Projekt jetzt fort. Wie für einen üblichen Catalogue raisonné, den bebilderten Überblick über das Gesamtwerk eines Künstlers, spürt sie Hosmers Werke auf. Cronin fotografiert sie dann allerdings nicht ab, sondern hält sie auf Aquarellen fest. In einem Medium, das das Spiel des Lichts auf dem Marmor besonders gut wiedergibt. Begleitet werden die Aquarelle von handschriftlichen Texten zur Geschichte der Plastiken. Das von der Deutschen Bank gestiftete Fellowship der New York Foundation for the Arts ermöglicht ihr, den gemalten Werkkatalog demnächst als Künstlerbuch zu veröffentlichen.



Medusa By Harriet Hosmer,
The Harriet Hosmer Catalogue Raisonne Project
© Patricia Cronin


Cronins Ausstellung in Rom zeigt Hosmers Skulpturen in chronologischer Reihenfolge. Dazwischen erscheinen immer wieder Blätter, auf denen nur Andeutungen eine Statue zu sehen sind. "Es gibt eine Skulptur von Hattie, die komplett verschwunden ist. Eine lebensgroße Darstellung von Maria Sofia, der Königin von Neapel, mit der sie eine Affäre hatte" , erläuterte die Künstlerin in einem Interview. Es existieren nur Beschreibungen dieser Arbeit, die das London Art Journal damals als die "Krönung ihres Werkes" bezeichnet hat. Diese Aufzeichnungen hat die Künstlerin in fast geisterhaft erscheinende Formen umgesetzt. Sie evozieren nicht nur eine verlorene Skulptur. Sie stehen auch für eine ausgelöschte Karriere, die Patricia Cronin mit ihrem Projekt dem Vergessen entreißt.
Achim Drucks



Mermaid's Cradle By Harriet Hosmer,
The Harriet Hosmer Catalogue Raisonne Project
© Patricia Cronin





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