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Lopud ist bisher von Betonburgen und Sangria-Tourismus verschont geblieben. Und das soll auch so bleiben. Stattdessen setzt man auf Besucher, die sich für das reiche historische Erbe der Insel interessieren. Im Mittelalter gehörte Lopud zur Stadtrepublik Dubrovnik. Vom wirtschaftlichen Erfolg zeugten damals prächtige Marmorvillen reicher Kaufleute und Seefahrer, Kirchen und Klöster. Heute sind von vielen historischen Gebäuden nur noch Ruinen übrig geblieben. Doch allmählich erwacht die nur fünf Quadratkilometer große Insel aus ihrem Dornröschenschlaf: Ein Museum widmet sich jetzt der Geschichte von Lopud, das direkt am Meer gelegene Franziskanerkloster wird gerade aufwendig renoviert. Außerdem hat sich auf der autofreien Insel ein lebendiger Ökotourismus etabliert. Die Entwicklungen auf Lopud sind wie der Art Pavilion von den Prinzipen der Nachhaltigkeit geprägt. Your black horizon Art Pavilion ist in eine Reihe lokaler Kunst- und Denkmalschutz-Initiativen eingebunden. Gemeinsames Ziel: eine Revitalisierung der Insel ohne Beschädigung ihrer gewachsenen Strukturen.

Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Art Pavilion in Lopud, Kroatien (Innenansicht)
Foto: Michael Strasser
© Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007


Ganz selbstverständlich fügt sich Adjayes leichter Bau dann auch in die Landschaft der Adriainsel ein. Sein Schöpfer gilt als Spezialist für innovative Kunsträume. Adjaye entwarf nicht nur einen Neubau für das Museum of Contemporary Art in Denver. Von ihm stammen auch temporäre Architekturen wie die weißen Zelte für die Londoner Frieze Art Fair oder das Design für Chris Ofilis Präsentation im britischen Venedig-Pavillon 2003. Für Olafur Eliassons Arbeit Your black horizon hat er eine transportable Holzkonstruktion entworfen.


Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Art Pavilion
in Lopud, Kroatien (Innenansicht)
Foto: Michael Strasser / Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007


Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Art Pavilion
in Lopud, Kroatien (Innenansicht)
Foto: Michael Strasser / Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007


Hinter ihrer vielfach durchbrochenen Fassade verbirgt sich ein schmaler, verschatteter Gang, der in einen Vorraum führt. Über eine Rampe betritt man die eigentliche Installation – einen dunklen Raum, der in Augenhöhe von einer feinen Linie aus Licht umrundet und in zwei Sphären geteilt wird. Zunächst wirkt diese helle Linie wie ein schmaler Schnitt durch die Wand, der das Licht von außen hineinströmen lässt. Doch dann realisiert man, dass sich die Beleuchtung innerhalb des Raums permanent verändert. In fünfzehn Minuten erlebt der Besucher das gesamte Farbspektrum eines Tages. Das Licht changiert dabei von einem nächtlichen Graublau über Rot- und Gelbtöne wieder zurück zu Blau und spiegelt den natürlichen Zyklus von Tag und Nacht wider, wie er sich außerhalb des Pavillons abspielt.


Your black horizon zeugt von Olafur Eliassons Interesse an Licht, Farbe, Bewegung und Raum – und wie so oft in seinen Environments konfrontiert er auch hier den Betrachter mit einer ungewöhnlichen Situation, die ihn dazu bringt, Phänomene des Alltags neu wahrzunehmen. Eine Horizonterweiterung, die nun für einen bestimmten Zeitraum auf der Insel Lopud zu erleben ist.

Achim Drucks





Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Art Pavilion
in Lopud, Kroatien (Außenansicht)
Foto: Michael Strasser
© Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007

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