Flux: 13 Jahre Deutsche Bank Pyramid Awards
 Douglas
White, Icarus Palm, 2005, Courtesy
Cass Sculpture Foundation
Die schwarze Palme
aus Gummireifen und Autoteilen im Park der Cass
Sculpture Foundation in Goodwood sieht aus, als wäre eine Rakete
abgestürzt, in der Mitte zerborsten und ausgebrannt. Icarus Palm
heißt diese Skulptur von Douglas
White. Er ist einer von den zahlreichen jungen Künstlern, die in den
vergangen Jahren mit dem Deutsche
Bank Pyramid Award ausgezeichnet wurden. Der Preis wurde 1993 ins
Leben gerufen, um jungen Kreativen, die an einer der künstlerischen
Hochschulen in London studieren, eine Starthilfe zu geben – bildenden
Künstlern, Designern, Modemachern, Illustratoren, Fotografen, Musikern und
Bühnenkünstlern. Denn was nützen schon brillante Ideen und ein "Summa cum
laude"-Diplom, wenn nach dem Studium das Geld und das nötige Know-how für
die Umsetzung fehlen?
Hier setzt das zukunftsweisende Programm an:
Es stärkt jungen Talenten, die kurz vor dem Abschluss stehen, gleich in
mehrfacher Hinsicht den Rücken. Neben einem Preisgeld in Höhe von 8000
britischen Pfund für jeden der 10 Gewinner, die jährlich ausgezeichnet
werden, winken die Teilnahme an einem Kurs am East
London Small Business Centre, Rat und Hilfe in Existenzgründungsfragen
durch einen Mentor der Deutschen
Bank sowie die Chance, sich in einem der vielen Kunstprogramme der
Bank in London gewinnbringend zu vernetzen.
Das Konzept setzt
weniger auf den genialen künstlerischen Wurf als auf die Kombination aus
innovativen Ideen und unternehmerischem Geist. Über 80 junge Kreative
haben bisher von diesem ungewöhnlichen Förderprogramm profitieren können,
um in der schwierigen Übergangszeit nach dem Studium durchzustarten. Grund
genug, die 14.
Verleihung der Pyramid Awards etwas feierlicher zu begehen. Die
Jubiläumssausstellung Flux
im National Theatre
präsentiert neben der Icarus Palm von Douglas White auch die
neuesten Arbeiten von 11 anderen ehemaligen Preisträgern aus den Bereichen
bildende Kunst, Mode und Design.
 Sam
Buxton, MIKRO house, 2003, Courtesy
Sam Buxton
|
Glenn Boulter, The Negative Album, Edition
of 25 artists books, 2006, Courtesy
Earwig Boots
Neben den klassischen
Gattungen Malerei (Francesca
Lowe), Zeichnung (Ann
Mulrooney) und Skulptur (Graham
Hudson und Gereon
Krebber) faszinieren vor allem die Grenzgänge zwischen den
unterschiedlichen Medien und Sparten. So sind die winzigen faltbaren
Metallskulpturen Mikro von Sam
Buxton zwischen Design- und Kunstobjekten angesiedelt und werden als
eigenes Label
vermarktet. Daro
Montag lotet in seinen digitalen Zeichnungen von Naturvorgängen den
Grenzbereich zwischen Kunst und Technik aus, während Anna
Nicole Ziesche in ihrem Filmen eine Gratwanderung zwischen Design,
Theater, Mode und Body Art wagt.
|
Frank Leder, Bild aus "Break That
Vicious Circle", Herbst/Winter Kollektion, Paris
Men's Fashion Week, 2005, Courtesy
Frank Leder
|
Ebenso beeindruckend ist der Ideenreichtum, mit dem sich
die Shooting Stars am Markt positionieren: Frank
Leder verwirklicht seine Ideen als unabhängiger Modemacher, Art
Director und in Zusammenarbeit mit dem Singer-Songwriter Florian
Horwath, Glenn
Boulter gründete die Initiative "Earwig Books", um Künstlerbücher zu
produzieren und bietet mittlerweile Workshops an Universitäten und Schulen
an, und Tom
Gauld hat zusammen mit Simone Lia
einen eigenen Verlag gegründet,
wo die beiden ihre aberwitzigen und tieftraurigen Comicstrips
selbstständig produzieren können.
Das
kreative Versprechen, das diese ehemaligen Absolventen vor Jahren mit
ihrer Auszeichnung abgaben, haben sie nicht nur durch die Qualität ihrer
Arbeiten und Ideen längst eingelöst. Jeder der hier ausgestellten Künstler
hat den Pyramid Award dazu nutzen können, um eine erfolgreiche
Karriere auf internationalem Parkett zu lancieren.
[1]
[2]
|