"Acht Grau" in Düsseldorf: Gerhard
Richters Meisterwerk für das Deutsche Guggenheim ist jetzt im Rahmen einer
großen Retrospektive im K20 zu sehen

Gerhard Richter: ACHT GRAU, Blick in
die Ausstellung im Deutsche Guggenheim, 2002
Foto: Mathias Schorman, © Deutsche Guggenheim
Noch bis zum 16. Mai zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im
K20 eine umfassende Ausstellung mit etwa 110 Gemälden und Skulpturen
Gerhard Richters, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler eine
exemplarische Auswahl von Bildern nach Fotos, Vermalungen und
Abstraktionen aus allen wichtigen Werkphasen versammelt. Dazu kommen
Glasscheiben, Hinterglasbilder und Spiegel. Neben Bildern seit den
sechziger Jahren sind hier auch neueste, bisher noch nicht der
Öffentlichkeit gezeigte Arbeiten zu sehen: Landschaften und
gegenständliche Motive wie auch abstrakte Werke und
graue Bilder. Den fulminanten Höhepunkt bietet die große Ausstellungshalle
im Erdgeschoss. Hier präsentiert Richter neben dem erst kürzlich
entstandenen, mehr als 9 x 9 m messenden Wandbild Strontium, die
2002 im Deutsche
Guggenheim in Berlin gezeigte und seither im
Guggenheim Bilbao beheimatete Werkgruppe Acht Grau.
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Mit den acht monumentalen, grau emaillierten Glasscheiben
von Acht Grau
wird ein Thema in Richters Oeuvre fortgesetzt, das bereits Mitte der
sechziger Jahre mit Monochromien und Arbeiten auf Glas seinen Anfang nahm.
Als Vorläufer kann die Installation 4 Glasscheiben aus dem
Jahr 1967 gelten:

Gerhard Richter: ACHT GRAU, Blick in
die Ausstellung im Deutsche Guggenheim, 2002
Foto: Mathias Schorman, © Deutsche Guggenheim
Vier fensterartige Elemente modifizieren durch vertikale Rotation die
Raumperspektive. Ganz ähnlich können auch die Spiegel von
Acht Grau in unterschiedliche Positionen gekippt werden. Die acht
Glasplatten der als Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim in Berlin
entstandenen Installation sind mithilfe von Stahlträgern 50 Zentimeter vor
der Wand montiert. Sie erscheinen als vieldeutige Objekte an der Grenze
zwischen Malerei, Skulptur und Architektur.
Das Schaffen Gerhard Richters war im Rheinland zuletzt 1986 in der
Düsseldorfer Kunsthalle und 1993/1994 in einer Retrospektive der
Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen. Einen repräsentativen Querschnitt durch
das Werk bot 2002/2003 die epochale Ausstellung in den USA, die ihren
Anfang im New Yorker Museum of Modern Art
nahm. Das Projekt der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ist seitdem die erste
umfangreiche Schau des mit vielen Ehrungen ausgezeichneten Künstlers in
Europa.
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